Mädels, aufgepasst! Was hat der 3. Juli mit Holunder zu tun?

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Sobald die Blüten des Holunders anfangen lieblich zu duften, dann ist der Sommer da! Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich um das Gewächs. Für Euch habe ich ein paar davon zusammen getragen, da sind so einige dabei, die mir wirklich mächtig gut gefallen.

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Seit jeher gilt der Holunder als heilige Pflanze, ein mächtiger Pflanzengeist, Zauberbaum und Lebensbaum. In jedem Bauerngarten wurde früher Holunder gepflanzt, um die guten Hausgeister anzuziehen, die Haus und Hof beschützen. Aufgrund seiner großen Heilkräfte ging man mit Ehrfurcht und Respekt an jedem Holunder vorbei – „Vor dem Holunder sollst du den Hut ziehen“.

Tja, und wer hätte das gedacht: Frau Holle wohnt auch im Holunder. Die alten Germanen glaubten, dass die Göttin Holde im Geäst wohnt und legten Opfergaben unter den Baum. Wer einen Holunder im Garten hat, weiß, dass dieser kaum „klein zu kriegen“ ist. Er wächst immer wieder nach, auch wenn man ihn ganz tief absägt. Deshalb vergrub man früher seine Wertsachen unter dem Holler, so konnte man sie immer wieder finden. Ich bin dann jetzt mal eben im Garten und gucke, ob ich einen Schatz unter einem meiner Holler finde ;-).

Und nun für die unverheiratete Damenwelt, macht Euch bereit und vergesst auf keinen Fall dieses absolut wichtige Datum! Der aller-, allerwichtigste Tag im Leben eines jungen Mädchens war früher der 3. Juli. An diesem Tag, dem Namenstag des heiligen Thomas, schüttelte man kräftig am Holunder, während die Abendglocken läuteten. Aus der Richtung, aus der der erste Hund bellte, kam der zukünftige Bräutigam. Also Mädels – ran an den Holler ;-).

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Und nun geht’s zum

Holunderblütensirup aus dem Klostergarten

Das braucht ihr für ca. 5 Liter:
Bei mir Bio, wie immer, und regional, diesmal sogar aus dem eigenen Garten.

  • 35-40 Holunderblüten-Dolden
  •  5 Liter Wasser
  •  2,5 kg Zucker
  •  3 große Zitronen

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1. Schritt
Ganz wichtig ist es, die Holunderblüten an einem sonnigen Tag zu ernten, wenn der Blütenstaub trocken ist, dann haben die Blüten ein besonders intensives Aroma. Die Blütendolden ausschütteln und zeitnah die Blüten von den Dolden zupfen. Es können durchaus auch noch kleine Stängel an den Blüten bleiben. Ich schneide sie einfach ratz-fatz ab.
Blüten in ein großes Glas oder anderes Gefäß geben | Zitronen in Scheiben schneiden, dazu geben | 3 Liter kaltes Wasser angießen | 2 Liter Wasser aufkochen und das Glas auffüllen | Zwei bis drei Tage ziehen lassen | gelegentlich umrühren

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2. Schritt
Blüten in einen großen Topf durch ein Sieb, das mit einem Mulltuch ausgelegt ist, abseien | Blüten und Zitronen mit einer Suppenkelle im Sieb ausdrücken | Zucker im Sud aufkochen und gute 10 Minuten kochen lassen | Schaum sorgfältig mit einer Schaumkelle abschöpfen | In vorbereitete, ausgekochte Flaschen oder Gläser abfüllen

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3. Schritt
Um den Sirup noch länger haltbar zu machen, koche ich ihn zusätzlich in meinem grandiosen HerrnW_Punkt , meinem Einkochautomaten, ein. Der Hollersirup hält sich so wesentlich länger, ich kann weniger Zucker verwenden, der ansonsten für die Haltbarmachung verantwortlich ist. Durch das Einkochen werden alle Keime abgetötet. Einige grundlegende Tipps zum Einkochen findet Ihr auch bei „Die 7 wichtigsten Gründe, warum Du immer köstlichen ‚Kuchen im Glas‘ vorrätig haben solltest“.

Einkochzeit: 20 Minuten | Temperatur 90° Grad

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Verwenden könnt Ihr diesen aromatischen Sirup für Schorle an heißen Sommertagen, ein Schuss im Weißwein oder Sekt passt ebenfalls wunderbar.

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Für Hugo, der übrigens „Ügo“, für die Franzosen unter uns, ausgesprochen wird, ist er eine wahre Freude, ganz im Gegensatz zu der gekauften „Fertig-Hugo-Plörre“! Um zu vermeiden, dass Ihr die kauft, habe ich noch schnell mein „Ügo-Rezept“ für Euch, alles in ein hübsches Glas geben und vermischen, fertig, Sommer genießen!

  • 3 Minzblätter
  • Holunderblütensirup nach Geschmack
  • eine Limetten-Scheibe
  • 150 ml Prosecco
  • 100 ml Sprudelwasser
  • Eiswürfel

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Der Gatte und ich setzen uns nun in unseren Klostergarten und schlürfen den traumhaft erfrischenden „Ügo“.

Da fällt mir gerade ein: Wer von Euch kennt noch das Kinderlied???
„Ringel, Ringel, Reihe, wir sind der Kinder dreie,
sitzen unterm Holderbusch, machen alle husch, husch, husch.“

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Genussreichen Tag noch!

Eure Miss Gliss

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12 Kommentare zu “Mädels, aufgepasst! Was hat der 3. Juli mit Holunder zu tun?

  1. Dieser Blog macht einfach nur Spass und ich möchte ihn Euch wärmstens empfehlen! Es gibt so viel zu Schmökern und zu entdecken und er ist herzerfrischend geschrieben und bebildert 😀
    Wieder mal ein Beitrag, der Lust auf mehr macht !!!
    Und den Hollesirup mach‘ ich am Wochenende 🍸🍸🍸

    Gefällt 1 Person

    • Hach, liebe Carolin, Du bist ja nett :-). Ja, mach den Sirup unbedingt so lange die Blüten noch da sind. Davon kann man nie genug haben! Und easy heßö noch!
      Gutes Gelingen, und ich möchte Ergebnisse sehen ;-).
      Liebe Grüße
      Claudia

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo liebe Claudia!
    Mit Holunder kannst Du mich immer locken!
    So wunderbar und so lecker!
    Und diese schönen sagenumwobenen Geschichten um den Hollerbusch sind so herrlich! Ich könnte mich darin verlieren … Einfach toll! Übrigens teilen wir die
    gleiche Hugo-Leidenschaft! :)))
    Liebste Grüße
    Mariola

    Gefällt 1 Person

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